Vorwort

„Man weiß nie, was daraus wird, wenn die Dinge verändert werden.
  Aber weiß man denn, was daraus wird, wenn sie nicht verändert werden?“
  (Elias Canetti)

Im Februar 2001 wurden wir durch die nö. Landesregierung als private Jugendwohlfahrtsinstitution bewilligt – ein neuer, unbekannter Fleck auf der Landkarte der sozialen Einrichtungen Niederösterreichs – eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, den ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen eine möglichst spannungsfreie, kontinuierliche Erziehung eingehend auf individuelle Bedürfnisse, Zuwendung, Nähe, Familienähnlichkeit und Förderung zu Gewähr leisten und sie zur alleinigen Bewältigung ihres Lebens (Autonomisierung) zu führen.

Dies stand schon im sozialpädagogischen Konzept, welches im Jahre 2000 bewilligt wurde, noch bevor die WG die ersten Kinder aufnahm. Mit Freude können wir feststellen, dass eigentlich alle positiven pädagogischen Impulse, und seitdem noch vieles mehr von der Theorie in die Praxis umgesetzt wurden. Dies ist nur durch ein sehr engagiertes, lernfähiges und konstantes sozialpädagogisches Team zu erreichen gewesen. Wir sind gefordert ständig unsere Strategien und Ziele den Bedürfnissen unserer Kinder anzupassen. Es bereitet uns Spaß diese Herausforderung anzunehmen, da wir in einem Prozess des gegenseitigen Weiterentwickelns auch für uns persönlich neue Erkenntnisse und Erfahrungen machen durften.

Es ist schön jeden Tag gefordert zu werden, möglichst rasch wichtige Entscheidungen zu treffen und darüber hinaus nie den Humor zu verlieren.

Eine Institution wie unsere ist abhängig von der Infrastruktur und den Menschen um uns herum. Dank einer tollen Gemeinde und vielen Vereinen, Firmen und Privatpersonen, die sich seit Beginn an immer für uns materiell als auch moralisch eingesetzt hat, fühlen wir uns wohl und angenommen. Ein sehr gutes Klima herrscht zu den Schulen, die unsere Kinder besuchen. Mir kommt sogar vor, dass wir oft einen positiven Sonderstatus genießen und unsere Arbeit wirklich sehr geschätzt wird.

Einen großen Dank auch an die Sozialarbeiter der diversen BVB’s, mit denen es eine sehr gute Zusammenarbeit gibt; positives Feedback wird häufig gemeldet und alleine die Tatsache, dass immer wieder eine lange Liste von vielen neuen Kindern besteht, die für eine Unterbringung in der WG in Frage kommen würden, gibt uns in unserer Konzeption und praktischen Arbeit recht. Besonders stolz sind wir über die sehr gute Zusammenarbeit mit den Aufsichtspersonen der nö. Landesregierung durch Frau DSA Tiefenböck, Herrn Dr. David und Herrn Dr. Rozsa, die uns bislang in jeder Phase das Gefühl vermittelten, dass unsere Arbeit geschätzt wird.

So hoffen wir auch in Zukunft das Beste für unsere Kinder leisten zu können.

Andreas Hirtl